Grundlagen

Wirkungsorientierung

Eine Einführung in Begriffe, Modelle und Arbeitsschritte — zum Nachlesen, Weitergeben und Weiterverwenden. Die Seite fasst verbreitete Grundlagen zusammen und verweist auf die Quellen, die tiefer gehen.
Lesezeit rund 8 Minuten
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Was Wirkungsorientierung bedeutet

Wirkungsorientierung ist eine Arbeitsweise, keine Methode und kein Nachweisverfahren. Sie beginnt mit einer Frage: Was soll sich durch dieses Vorhaben verändern – und für wen? Erst danach folgt die Frage, was dafür getan wird.

Der Unterschied klingt klein und verändert die Planung erheblich. Wer bei der Maßnahme beginnt, beschreibt Tätigkeiten. Wer bei der angestrebten Veränderung beginnt, kommt oft auf mehrere Wege dorthin – und kann sie vergleichen.

Wirkungsorientierung heißt nicht, dass alles messbar sein muss. Sie heißt, dass ausgesprochen wird, was erreicht werden soll, welche Annahmen dahinterstehen und woran man merken würde, dass es nicht eintritt.

Drei Ebenen: Output, Outcome, Impact

Diese drei Begriffe stammen aus dem international verbreiteten IOOI-Modell (Input, Output, Outcome, Impact). Sie werden häufig vermischt – ihre Trennung ist der erste praktische Schritt.

Output

Was Sie tun und herstellen: Veranstaltungen, Beratungen, Materialien, geschaffene Zugänge. Zählbar, aber ohne Aussage über Veränderung.

Outcome

Was sich bei den erreichten Menschen ändert: Wissen, Fähigkeiten, Verhalten, Lebenslage. Hier liegt die eigentliche Wirkung eines Projekts.

Impact

Was sich darüber hinaus verändert: in einem Ort, einer Branche, einem Politikfeld. Selten einem einzelnen Projekt zurechenbar.

Die Wirkungstreppe

Die Wirkungstreppe gliedert diese Ebenen in sieben Stufen. Sie stammt aus dem Kursbuch Wirkung von PHINEO und der Bertelsmann Stiftung und hat sich als gemeinsame Sprache durchgesetzt. Ihr Nutzen liegt weniger im Aufstieg als in der ehrlichen Verortung: Auf welcher Stufe steht dieses Vorhaben tatsächlich?

OUTPUT — WAS WIR TUN OUTCOME — WAS SICH BEI MENSCHEN ÄNDERT IMPACT 1 Angebotefinden statt 2 Zielgruppewird erreicht 3 Zielgruppe istzufrieden 4 Wissen undFähigkeitenändern sich 5 Handelnändert sich 6 Lebenslageändert sich 7 Gesellschaftverändert sich DARSTELLUNG NACH PHINEO / BERTELSMANN STIFTUNG
Die sieben Stufen der Wirkungstreppe. Die meisten Projekte wirken auf den Stufen 4 bis 6; Stufe 7 lässt sich einzelnen Vorhaben fast nie zurechnen. Dieser Inhalt wurde vollständig mit künstlicher Intelligenz erzeugt.

Der Ablauf in fünf Schritten

Wirkungsorientierung ist ein Kreislauf, kein einmaliger Vorgang. In der Praxis wiederholen sich fünf Schritte.

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    Verstehen

    Ausgangslage und Bedarf klären: Wer ist betroffen, wie viele, woran erkennt man das? Zwei Quellen genügen für den Anfang – vorhandene Daten und Gespräche mit Menschen, die die Zielgruppe kennen.

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    Planen

    Die Wirkungslogik aufbauen: von der angestrebten Wirkung rückwärts zu den Leistungen und Aktivitäten. Die Annahmen zwischen den Stufen werden dabei ausgesprochen und notiert.

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    Umsetzen

    Durchführen und dabei beobachten. Erhebungen gehören in bestehende Abläufe eingehängt, nicht daneben gestellt.

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    Analysieren

    Auswerten und einordnen: Was hat sich verändert? Woran könnte es außer dem Vorhaben noch liegen? Was bleibt offen?

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    Verbessern

    Aus den Ergebnissen Konsequenzen ziehen. Ein Vorhaben, das nach der Auswertung unverändert weiterläuft, hat die Auswertung nicht gebraucht.

Häufige Missverständnisse

  • Wirkung ist nicht dasselbe wie Leistung. „Zwölf Workshops durchgeführt“ ist ein Output. Ob danach jemand etwas anders macht, steht damit nicht fest.
  • Mehr Indikatoren bedeuten nicht mehr Erkenntnis. Zwei belastbare Kennzahlen je Stufe tragen weiter als zwanzig, die niemand erhebt.
  • Wirkung lässt sich selten kausal beweisen. Für kleine Vorhaben ist der plausible, offengelegte Zusammenhang das erreichbare Ziel – nicht der Kausalnachweis.
  • Wirkungsorientierung ist kein Kontrollinstrument. Wo sie zur Rechtfertigung dient, entstehen geschönte Berichte. Ihr Nutzen liegt im Lernen während der Umsetzung.
  • Nicht alles Wichtige ist zählbar. Was sich nicht messen lässt, gehört beschrieben – und als nicht gemessen gekennzeichnet.

Was ein Wirkungsbericht beantworten sollte

Drei Fragen tragen jeden Bericht: Was hat sich verändert? Woran könnte es außer dem Vorhaben noch liegen? Und was wissen wir weiterhin nicht? Die dritte Frage ist die unbequemste und die einzige, die den Antworten auf die ersten beiden Glaubwürdigkeit verschafft.

Wo man anfangen kann

Der Einstieg gelingt meist über ein konkretes Vorhaben, nicht über die Theorie. Die Werkzeuge dieser Plattform sind ohne Anmeldung nutzbar; die Eingaben bleiben im Browser.

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Werkzeuge zum Ausprobieren

Die Wirkungslogik in vier Schritten aufbauen – oder, für Vorhaben im Bezirk Innsbruck-Land, entlang der Lokalen Entwicklungsstrategie arbeiten.

Wirkungslogik → RegioWirkt →

Quellen und weiterführende Angebote

Diese Seite fasst verbreitete Grundlagen zusammen. Die folgenden Angebote gehen deutlich tiefer und sind ebenfalls frei zugänglich.

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