Vorlage

Logframe Vorlage

Der Logframe fasst Ziele, Indikatoren, Datenquellen und Annahmen in einer Matrix zusammen. Diese Seite zeigt den Aufbau und ein ausgefülltes Beispiel. Das Gerüst erzeugen Sie über das Wirkungslogik-Werkzeug und drucken es aus.

Aufbau der Matrix

Der Logical Framework, kurz Logframe, ist eine Tabelle mit vier Zeilen und vier Spalten. Die Zeilen sind die Ebenen der Wirkungskette, die Spalten die Prüffragen zu jeder Ebene.

Die vier Zeilen

  • Oberziel: der Beitrag zur übergeordneten Veränderung, zu der Ihr Projekt neben anderen beiträgt.
  • Projektziel: die Veränderung bei der Zielgruppe, für die Sie geradestehen.
  • Ergebnisse: die Leistungen, die Sie liefern.
  • Aktivitäten: was Sie tun, um die Leistungen zu erzeugen.

Die vier Spalten

  • Beschreibung: was auf dieser Ebene entstehen soll.
  • Indikator: woran Sie es messen, mit Ausgangs- und Zielwert.
  • Datenquelle: wer erhebt, womit, wie oft.
  • Annahmen und Risiken: was zutreffen muss, damit Sie die nächste Ebene erreichen.

Sie lesen die Matrix von unten nach oben: Wenn die Aktivitäten stattfinden und die Annahmen zutreffen, entstehen die Ergebnisse. In dieser Wenn-dann-Kette steckt der Gehalt, nicht in der Tabellenform.

Ein ausgefülltes Beispiel

Projekt: Nahversorgung in drei Seitentälern, Laufzeit 2027 bis 2029.

Oberziel

Beschreibung: Die Täler bleiben auch für Haushalte ohne Auto bewohnbar. Indikator: Wanderungsbilanz der Altersgruppe über 70, Ausgang minus 14 Personen pro Jahr, Ziel ausgeglichen bis 2032. Datenquelle: Melderegister der drei Gemeinden, jährlich. Annahme: Das Mikro-ÖV-Angebot ab 2027 bleibt bestehen.

Projektziel

Beschreibung: Haushalte ohne Auto decken ihren Wocheneinkauf im Tal. Indikator: Zahl der Haushalte mit regelmäßigem Einkauf, Ausgang 0, Ziel 240 von 412 bis Ende 2028. Datenquelle: Auswertung der Kundenkarten, jährlich im Oktober. Annahme: Das Sortiment deckt den Grundbedarf ab.

Ergebnisse

Beschreibung: Ein Selbstbedienungsladen mit 96 Quadratmetern ist 24 Stunden zugänglich. Indikator: Öffnungsstunden pro Woche, Ausgang 0, Ziel 168 ab Q3 2027. Datenquelle: Zutrittssystem-Protokoll, monatlich. Annahme: Die Baugenehmigung liegt bis Q1 2027 vor.

Aktivitäten

Beschreibung: Umbau des Erdgeschosses, Aufbau des Liefernetzes, Schulung des Ehrenamtsteams. Indikator: Zwölf Schulungen bis Ende 2028. Datenquelle: Teilnahmelisten. Annahme: 22 Ehrenamtliche stehen dauerhaft zur Verfügung.

Der häufigste Konstruktionsfehler

Viele lassen die Spalte Annahmen leer oder tragen dort Selbstverständlichkeiten ein. Damit verliert die Matrix ihren Zweck, denn sie soll gerade die Stellen zeigen, an denen die Kette reißen kann. Eine brauchbare Annahme erkennen Sie daran, dass Sie mit den Schultern zucken müssen, wenn jemand fragt, ob sie sicher zutrifft.

Zweithäufiger Fehler: Indikatoren ohne Ausgangswert. Ein Zielwert ohne Startpunkt ist keine Messgröße, sondern eine Absichtserklärung.

Logframe oder Wirkungslogik?

Die Wirkungslogik ist der Inhalt, der Logframe eine Darstellungsform. Wer zuerst die Kette klärt und danach die Matrix füllt, braucht fürs Ausfüllen eine Stunde. Wer direkt in der Matrix denkt, produziert oft eine Tabelle, deren Zeilen inhaltlich nicht aufeinander aufbauen.

Die Reihenfolge lautet deshalb: erst Wirkungslogik erstellen, dann Wirkungsziele formulieren, dann in die Matrix übertragen.

Wann welche Fördergeber welche Form verlangen

EU-Programme wie Interreg und Horizon arbeiten überwiegend mit dem Logframe oder eng verwandten Formaten. LEADER und CLLD fragen dieselben Inhalte ab, oft ohne die Matrixform zu verlangen. Stiftungen und Landesförderungen im deutschsprachigen Raum greifen häufiger zur Wirkungstreppe. Der Inhalt bleibt in allen Fällen derselbe, nur die Darstellung wechselt.

Häufige Fragen

Zur Vorlage

Das Wirkungslogik-Werkzeug erzeugt ein Blatt mit allen Ebenen, das Sie ausdrucken oder als PDF sichern. Den Text können Sie auch kopieren und in Ihrer eigenen Tabelle weiterverarbeiten. Ohne Anmeldung, Ihre Eingaben bleiben im Browser.

Drei bis fünf. Wer mehr aufführt, hat meist Aktivitäten als Ergebnisse notiert. Ein Test: Ein Ergebnis existiert am Projektende als Zustand, eine Aktivität ist dann vorbei.

Bedingungen außerhalb Ihres Einflusses, von denen der Sprung zur nächsten Ebene abhängt: Genehmigungen, Kofinanzierung, Wetter, Personalverfügbarkeit, das Verhalten Dritter. Was Sie selbst steuern, ist keine Annahme, sondern eine Aufgabe.

Ja, und Sie sollten es. Wenn sich eine Annahme als falsch erweist, ist das ein Ergebnis und kein Fehler. Halten Sie die Änderung mit Datum und Begründung fest. Fördergeber bewerten eine begründete Anpassung besser als eine Matrix, die drei Jahre unverändert bleibt, während das Projekt längst anders läuft.

Matrix aus der Kette erzeugen

Das Werkzeug fragt Ebenen, Indikatoren und Datenquellen einzeln ab und gibt das Ergebnis als PDF aus.