Grundlagen

Output, Outcome, Impact: der Unterschied an einem Beispiel

Output ist, was Sie herstellen. Outcome ist, was sich bei den Erreichten ändert. Impact ist die Veränderung im Umfeld. Dieser Text zeigt den Unterschied an einem durchgerechneten Beispiel und gibt einen Test in drei Fragen.
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Die drei Ebenen in je einem Satz

Output ist, was Sie herstellen. Outcome ist, was sich bei den Menschen ändert, die Sie erreicht haben. Impact ist, was sich darüber hinaus im Umfeld ändert. Die Begriffe stammen aus dem international verbreiteten IOOI-Modell, das davor noch den Input stellt, also die eingesetzten Mittel.

Die Reihenfolge ist keine Rangordnung. Ohne Output gibt es keinen Outcome, und ein Projekt, das seine Leistungen nicht erbringt, wirkt auch nicht. Die Trennung dient einem praktischen Zweck: Sie macht sichtbar, welche Aussage ein Bericht tatsächlich belegt und welche er nur nahelegt.

Ein Beispiel von Anfang bis Ende

Eine Gemeinde richtet Lesepatenschaften an der Volksschule ein. Freiwillige lesen einmal wöchentlich mit Kindern, die zu Hause wenig Deutsch sprechen. Das Vorhaben läuft ein Schuljahr, kostet 12.000 Euro und eine Viertelstelle Koordination.

Ebene Im Beispiel Woran man es erkennt
Input 12.000 Euro, eine Viertelstelle, 14 Freiwillige Steht im Budget, nicht im Wirkungsteil des Berichts
Output 320 Lesestunden mit 40 Kindern, 14 geschulte Freiwillige Lässt sich allein durch mehr Arbeit steigern
Outcome Die Kinder lesen am Schuljahresende flüssiger und greifen freiwillig zu Büchern Braucht einen Wert vor und nach dem Vorhaben
Impact Weniger Kinder des Jahrgangs brauchen später Förderunterricht Hängt an Schule, Elternhaus und Zuzug, nicht nur am Vorhaben

Die entscheidende Zeile ist die dritte. Sie unterscheidet sich von der zweiten nicht durch bessere Zahlen, sondern durch einen anderen Gegenstand: nicht die Leistung, sondern die Veränderung bei den Kindern. Und sie verlangt eine zweite Erhebung, denn ohne Ausgangswert lässt sich nichts über Veränderung sagen.

Die vierte Zeile ist die, bei der viele Berichte zu viel behaupten. Dass weniger Kinder Förderunterricht brauchen, kann am Leseprojekt liegen, an einer neuen Lehrerin, an einem kleineren Jahrgang oder an einer geänderten Zuweisungspraxis. Ein einzelnes Vorhaben kann dazu beitragen; zurechnen lässt sich das Ergebnis ihm nicht.

Warum die Verwechslung teuer wird

Wer Output als Wirkung ausweist, zahlt an drei Stellen. Im Antrag, weil Fördergeber die Differenz kennen und ein Vorhaben ohne Wirkungsaussage schlechter bewerten. Im Bericht, weil Zahlen zu Leistungen keine Frage beantworten, die jemand gestellt hat. Und in der eigenen Steuerung, weil ein Angebot weiterläuft, solange es stattfindet, und nicht daran gemessen wird, ob es ankommt.

Der umgekehrte Fehler kommt seltener vor, ist aber ebenso folgenreich: Wer ausschließlich auf der Impact-Ebene argumentiert, verspricht mehr, als ein Projekt halten kann, und liefert am Ende Kennzahlen, die sich niemandem zurechnen lassen.

Der Test in drei Fragen

Für jede Aussage in einem Bericht oder Antrag genügen drei Fragen:

  1. Beschreibt der Satz eine Tätigkeit oder eine Veränderung bei Menschen? Tätigkeiten sind Output, auch wenn sie in Prozent stehen.
  2. Ließe sich der Wert allein dadurch verbessern, dass mehr gearbeitet wird? Wenn ja, ist es Output.
  3. Gibt es einen Wert von vorher? Ohne Ausgangswert bleibt jede Veränderungsaussage eine Behauptung.

Drei Beispiele, die diesen Test regelmäßig nicht bestehen: „95 Prozent Zufriedenheit“ misst die Bewertung eines Angebots, nicht die Veränderung. „1.200 erreichte Personen“ misst Reichweite. „Zwölf Kooperationen geschlossen“ misst Ihre Vernetzung, nicht die Lage der Zielgruppe.

Die Grauzone: Reichweite, Zufriedenheit, Akzeptanz

Zwischen Output und Outcome liegen Werte, die weder das eine noch das andere sind. Die Wirkungstreppe ordnet sie auf den Stufen zwei und drei ein: Die Zielgruppe wird erreicht, die Zielgruppe ist zufrieden. Beides ist wichtig, weil ohne Erreichen und Akzeptanz keine Veränderung eintritt. Beides bleibt aber eine Aussage über Ihr Angebot, nicht über die Lage der Menschen.

Praktischer Umgang damit: Führen Sie diese Werte weiter, aber unter der Überschrift, zu der sie gehören. Ein Bericht, der Reichweite und Zufriedenheit als Output ausweist und daneben zwei Veränderungswerte zeigt, ist glaubwürdiger als einer, der alles zu Wirkung erklärt.

Vom Output zum Outcome: drei Handgriffe

Die meisten Organisationen haben bereits Zahlen, nur auf der falschen Ebene. Aus einer vorhandenen Leistungszahl wird in drei Handgriffen eine Wirkungsaussage.

Erstens: die Zahl weiterdenken. Fragen Sie zu jeder Leistungszahl, wozu sie da ist. „320 Lesestunden“ ist da, damit Kinder besser lesen. Diese Fortsetzung des Satzes ist der Outcome, den Sie beobachten wollen.

Zweitens: einen Ausgangswert festhalten. Er muss nicht aufwendig sein. Eine kurze Einschätzung der Lehrkraft zu Beginn des Schuljahres, in derselben Form wie am Ende, genügt für eine Veränderungsaussage, solange offengelegt wird, wie sie zustande kam.

Drittens: an einen bestehenden Termin hängen. Erhebungen, die einen eigenen Anlass brauchen, finden nicht statt. Elternsprechtag, Saisonende, Jahresabschluss: An solchen Terminen kostet die zweite Erhebung eine Viertelstunde.

Was Fördergeber auf welcher Ebene erwarten

In Anträgen und Verwendungsnachweisen tauchen die Ebenen unter wechselnden Namen auf. „Zielerreichung“ meint je nach Programm Output oder Outcome, „Indikator“ ebenfalls beides. Verlassen Sie sich deshalb nicht auf den Begriff, sondern prüfen Sie das geforderte Beispiel: Ist dort eine Zahl zu Ihrer Tätigkeit genannt, wird Output verlangt; ist eine Veränderung bei einer Zielgruppe genannt, Outcome.

Wo ein Programm nur Output abfragt, schadet es nicht, eine kurze Outcome-Aussage danebenzustellen. Sie kostet wenige Zeilen, unterscheidet den Antrag von den übrigen und ist bei der nächsten Verlängerung das einzige Argument, das trägt. Wer selbst Mittel vergibt, findet die Gegenseite dieser Frage unter Wirkungsgeleitete Fördervergabe.

Was davon in den Bericht gehört

Alle drei Ebenen, aber getrennt und in dieser Reihenfolge: zuerst kurz, was getan wurde, dann ausführlich, was sich verändert hat, zuletzt eine nüchterne Einordnung dessen, was das Vorhaben zum größeren Ganzen beitragen kann. Für die dritte Ebene ist der ehrliche Satz meist: „Ein Beitrag ist plausibel, eine Zurechnung ist nicht möglich.“ Dieser Satz kostet nichts und schützt die übrigen Aussagen.

Für die Zielformulierung heißt das: Formulieren Sie Wirkungsziele auf der Outcome-Ebene und Leistungsziele auf der Output-Ebene, und halten Sie beide auseinander. Wie das im Satzbau aussieht, steht unter Wirkungsziele formulieren; die feinere Abstufung der Ebenen zeigt die Wirkungstreppe. Den Zusammenhang von der Idee bis zum Bericht führt die Leitseite Wirkungsorientierung im Überblick.

Die eigenen Zahlen einordnen

Der Generator baut die Wirkungskette in vier Schritten auf und trennt dabei Leistungen von Wirkungen. Ohne Anmeldung, die Eingaben bleiben im Browser.