Worauf es ankommt
Ein kleiner Verein braucht keine Studie, sondern drei Gewohnheiten: ein Ziel aufschreiben, zwei Dinge regelmäßig festhalten und einmal im Jahr ehrlich darüber berichten. Das kostet rund zehn Stunden im Jahr und reicht für die meisten Förderanträge, Gemeinderatssitzungen und Jahreshauptversammlungen.
Der häufigste Grund, warum Vereine keine Wirkung belegen können, ist nicht fehlendes Geld, sondern der späte Zeitpunkt. Wer erst beim Verwendungsnachweis überlegt, was er zeigen könnte, hat keinen Ausgangswert und keine Zahlen. Wer es zu Saisonbeginn überlegt, erhebt fast nebenbei.
Der Plan in vier Schritten
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Ein Vorhaben, eine Seite
Wählen Sie ein einziges Angebot aus, nicht den ganzen Verein. Schreiben Sie auf eine Seite: Für wen ist es da, was soll sich bei diesen Menschen ändern, was tun Sie dafür? Der Wirkungslogik-Generator führt in einer halben Stunde durch diese Fragen.
- 2
Zwei Indikatoren, nicht mehr
Einen Wert, den Sie ohnehin zählen können, und eine Frage an die Menschen, die Sie erreichen. Die Zählung zeigt, dass das Angebot ankommt, die Frage zeigt, ob sich etwas ändert.
- 3
An bestehende Termine hängen
Keine eigene Erhebungsaktion planen. Die erste Befragung läuft beim Saisonstart, die zweite beim Abschlussfest oder vor der Jahreshauptversammlung. Wer zählt und wer fragt, steht mit Namen fest.
- 4
Eine Seite Bericht
Was haben wir getan, was hat sich verändert, was wissen wir nicht, was ändern wir? Vier Absätze genügen. Eine Gliederung mit Beispielsätzen steht in der Wirkungsbericht-Vorlage.
Fünf Fragen für die Kurzbefragung
Diese Fragen funktionieren für die meisten Angebote, in denen Menschen regelmäßig zusammenkommen. Stellen Sie sie zweimal im Jahr in derselben Form, auf Papier oder am Handy, mit einer Skala von eins (trifft gar nicht zu) bis fünf (trifft völlig zu):
- Durch das Angebot kenne ich im Ort mehr Menschen als vorher.
- Ich habe hier etwas gelernt, das ich im Alltag nutze.
- Wenn ich Hilfe brauche, weiß ich, an wen ich mich wenden kann.
- Ich mache jetzt etwas, das ich vorher nicht gemacht habe. (Wenn ja: was?)
- Was sollte der Verein anders machen?
Wählen Sie davon die zwei oder drei Fragen, die zu Ihrem Ziel passen, und ersetzen Sie die übrigen durch eigene. Die fünfte Frage bleibt immer drin: Sie liefert die Hinweise, mit denen sich das Angebot verbessern lässt, und sie zeigt den Befragten, dass ihre Antwort etwas bewirkt. Wie aus einer Frage ein belastbarer Indikator wird, zeigt Wirkungsindikatoren finden und prüfen.
Ein Beispiel: das Nachbarschaftscafé
Ein Kulturverein betreibt jeden Donnerstag ein offenes Café für ältere Menschen im Ort. Das Ziel: Wer teilnimmt, ist im Ort weniger allein. So sieht der Plan aus:
| Baustein | Im Beispiel | Aufwand im Jahr |
|---|---|---|
| Wirkungslogik | Eine Seite, im Vorstand besprochen | Zwei Stunden |
| Zählung | Strichliste der Gäste, neue Gesichter gesondert | Eine Minute pro Termin |
| Befragung | Fragen 1 und 3, im März und im November | Je eine Stunde an zwei Cafétagen |
| Auswertung | Anteile vorher und nachher vergleichen | Zwei Stunden |
| Bericht | Eine Seite für Jahreshauptversammlung und Gemeinde | Zwei Stunden |
Am Jahresende kann der Verein sagen, wie viele Menschen regelmäßig kamen, wie viele neu dazukamen und ob der Anteil derer gestiegen ist, die im Ort jemanden um Hilfe bitten können. Das ist mehr, als die meisten deutlich größeren Organisationen belegen können. Dass der Verein nicht beweisen kann, dass allein das Café diese Veränderung bewirkt hat, gehört ehrlich in den Bericht und schadet ihm nicht.
Wer im Verein was übernimmt
Die Arbeit verteilt sich am besten auf zwei Personen. Eine führt die Strichliste und verteilt zweimal im Jahr die Fragebögen, am besten jemand, der ohnehin bei jedem Termin da ist. Eine zweite wertet aus und schreibt die Seite für den Bericht, oft die Schriftführung oder ein Vorstandsmitglied. Beide Namen stehen auf der Seite mit der Wirkungslogik, damit die Aufgabe einen Vorstandswechsel übersteht.
Als Hilfsmittel reichen ein ausgedruckter Fragebogen mit fünf Zeilen und eine einfache Tabelle mit einer Zeile pro Termin. Wer lieber digital arbeitet, kann ein kostenloses Online-Formular nutzen. Für den Datenschutz gilt in beiden Fällen: keine Namen erheben, wenn die Auswertung ohne sie auskommt, und vor der Befragung sagen, wofür die Antworten verwendet werden.
Was Fördergeber von kleinen Vereinen erwarten
Weniger, als viele befürchten. Wer eine kleine Förderung vergibt, erwartet keine Kontrollgruppe und keine Statistik, sondern drei Dinge: ein nachvollziehbares Ziel, ein paar Zahlen, die zeigen, dass das Angebot ankommt, und eine ehrliche Einschätzung, was sich verändert hat. Ein Verein, der das auf einer Seite liefert, hebt sich von den meisten Anträgen ab.
Wichtig ist, die Ebenen nicht zu vermischen: Die Zahl der Gäste ist eine Leistung, nicht die Wirkung. Wer beides getrennt ausweist, wirkt glaubwürdiger. Den Unterschied erklärt Output, Outcome, Impact.
Drei Fallen
- Alles auf einmal. Wer für jedes Angebot des Vereins Indikatoren festlegt, gibt nach dem ersten Jahr auf. Ein Angebot genügt für den Anfang.
- Die Befragung ohne Ausgangswert. Eine einzige Befragung am Jahresende zeigt nur einen Zustand. Erst die zweite Erhebung zeigt eine Veränderung.
- Zahlen ohne Konsequenz. Wenn die Ergebnisse nichts am Angebot ändern, merken die Ehrenamtlichen das schnell und hören auf zu zählen. Besprechen Sie die Ergebnisse jedes Jahr im Vorstand und halten Sie fest, was daraus folgt.
Den ganzen Weg von der Idee bis zum Bericht im Überblick zeigt die Leitseite Wirkungsorientierung.
